Gedenktafel für Sinti und Roma am Stadthaus


Gedenktafel für Sinti und Roma am Stadthaus Frankfurt a.M.

Am 27. Januar hat die Stadt Frankfurt am Main am Stadthaus am Dom eine Gedenktafel enthüllt, diese erinnert an den ersten urkundlichen Nachweis von Sintis in Frankfurt aus dem Jahr 1417. Es sind nur zwei Sätze, doch sie stehen für mehr als sechs Jahrhunderte Stadtgeschichte.

Die Plakette wurde von Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg gemeinsam mit Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, enthüllt. Gestaltet hat sie der Bildhauer Professor Jürgen Goertz.

An der Enthüllung nahmen unter anderem Fatima Stieb vom Landesverband Sinti und Roma Hessen, Joachim Brenner, Vorsitzender des Fördervereins Roma, sowie Michael Weber, Vorsteher des Ortsbeirats 1 und zahlreiche weitere Gäste, auch die OMAS GEGEN RECHTS Frankfurt, teil.

Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernahm das Philharmonische Orchester der Sinti und Roma

Mit der Anbringung der Gedenktafel erfüllt die Stadt einen langjährigen Wunsch von Verbänden der Sinti und Roma, ihre Geschichte sichtbar im öffentlichen Raum zu verankern. Die Minderheit ist seit über 600 Jahren Teil der Frankfurter Stadtgesellschaft.

Der Termin der Enthüllung wurde bewusst gewählt: Der 27. Januar erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft erreichte die Ausgrenzung der Sinti und Roma ihren grausamen Höhepunkt in der Ermordung von rund 500.000 Menschen.

Romani Rose betonte in seiner Rede, Frankfurt setze mit der Gedenktafel ein weiteres Zeichen der Verantwortung. Die Anerkennung der jahrhundertelangen Geschichte der Sinti in der Stadt sei ein Ausdruck von Respekt – einem Respekt, der ihnen lange verweigert worden sei.

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