Für Donnerstag, den 4.3.2021, nachdem gerade das Bundesamt für Verfassungsschutz die gesamte AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft hat, hatte sich der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke in Offenbach angesagt. Den Platz für seine Rede hatte die AfD widerlicherweise direkt vor dem Offenbacher Rathaus in der Nähe des Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus angemeldet. „Eine geschmacklose Provokation“ nannte dies nicht nur die jüdische Gemeinde Frankfurt. Über Höckes Auftritt empörten sich auch alle, die im Rahmen des Bündnisses „Bunt gegen Braun“ gegen ihn demonstrierten. Das waren mehr als 36 Organisationen, darunter Gewerkschaften, Parteien und andere Organisationen sowie auch die Omas gegen Rechts (siehe Fotos). Insgesamt über 800 Menschen hatten sich auf der Gegenkundgebung gegen Höcke versammelt. Dort sprach auch der Offenbacher Bürgermeister Felix Schwenke (SPD). Er sagte: „Höckes Worte sind die eines Faschisten“, die ein friedliches Zusammenleben gefährden, „Faschisten sind in Offenbach nicht willkommen.“ Mehrere Organisationen waren mit Rednern auf der Gegenkundgebung vertreten. Darunter auch die „Initiative 19. Februar“ aus Hanau und „Black lives matter“ Offenbach.

Gegen 15 Uhr, als Höcke seine Rede beginnt, in der er sich unter anderem mit den Querdenkern solidarisiert, tönt es ihm von allen Seiten entgegen: „Nazis raus“ und „Es gibt keine Recht auf Nazipropaganda“. Andere machen Krach mit Töpfen, Ratschen, Pfeifen, einem Gong und mit Trommeln. Es wird gerufen: „Widerstand überall, Hanau war kein Einzelfall.“ Höcke sucht nach rund 30 Minuten das Weite. Zugehört haben ihm knapp 50 Anhänger. Mehr als 800 Menschen dagegen haben gezeigt, dass sie Nazis in Deutschland nicht ein zweites Mal tolerieren werden. (ast)